FullTime with Benefits

Mitgefühl im Job: Ist Empathie out?

Brigitte Schenk Kanzlei HSC · Germany

Veröffentlicht am 3. November 2026

Auf der Originalseite bewerben (öffnet in einem neuen Tab)In FullTime with Benefits öffnen

Mein Brigitte-Bereich anmelden

Meine Merkliste

Ressorts

Aktuell

Gesellschaft

Starke Frauen – starke Storys

Frauen, die uns inspirieren

Buzz

Themenarchiv

Aktuell-Archiv

Studie: Frauen über 50 verraten, was sie heute anders machen würden

Mode

Trends

Styling-Tipps

Mode-Archiv

Mode-Hacks: 5 simple Gewohnheiten stylischer Frauen

Styling für kleine Frauen: Das müsst ihr wissen

Beauty

Make-up

Haut

Frisuren

Haare

Naturkosmetik

Beauty-Tricks

Nägel

Beauty-Archiv

Beauty-Neuheiten im Test: Sind sie ihr Geld wert?

Kurzhaarfrisuren: 33 Schnitte für kurze Haare

Gesund

Gehirngesundheit

Gesund durchs Leben

Die Basis für mehr Wohlbefinden

Anspannen. Entspannen: Beckenbodentraining mit Monica Ivancan

Adipositas

Abnehmen

Fasten

Ernährung

Fatburn und Fitness

Diät

Gesundheit

Entspannung

Yoga

Allergie

Gesund-Archiv

Lichtschutzfaktor: So hoch muss er sein!

Optimale Schlafenszeit: Hier kannst du sie berechnen!

Horoskop

Brigitte-Horoskop

Sternzeichen

Aszendent

Tageshoroskop

Wochenhoroskop

Monatshoroskop

Tarot

Traumdeutung

Horoskop-Archiv

Maya-Horoskop: Was besagt deins?

Tarot-Tageskarte ziehen - So geht's!

Aszendent berechnen: Einfach und kostenlos mit dem Aszendentenrechner

Rezepte

Was koche ich heute?

Einfache Rezepte

Schnelle Rezepte

Backen

Kochschule

Thermomix

Vegetarische Rezepte

Vegane Rezepte

Genuss

Rezept-Themenübersicht

Rezepte-Archiv

Herbstgerichte: Herzhaft und raffiniert

Backen mit Boskop, Elstar und Co.

Leben

Spiele bei Brigitte

Reise

Wohnen

Einrichtungsideen

Haushalt

Nachhaltigkeit

Redewendungen

Strickschule und Strickanleitungen

Leben-Archiv

Buchtipps der BRIGITTE-Redaktion

Aktfotos: Frauen ohne Schönheitskorrekturen

Liebe

Beziehung

Sex

Singles

Persönlichkeit

Hochzeit

Persönlichkeits-Tests

Liebe-Archiv

Erotische Geschichten: Wetten, dir wird heiß?

Narzissmus: Was ist ein Narzisst?

Academy

Kinderdepot - Finanziell vorsorgen

Finanzen

What the Finance?

Karriere

Gehalt

Bewerbungstipps

Studienberatung

Jobprofile

Krankenschwester Gehalt: Was verdienen sie?

Lehrer Gehalt: Was verdienen Lehrer?

Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch: So holst du dir den Job

Gehaltsvorstellung in der Bewerbung

Abo

WEITERE ANGEBOTE

Gewinnspiele

Für Newsletter anmelden

Academy-Kursangebote

Produkt-Empfehlungen

Shopping

BRIGITTE FOLGEN

Zum Inhalt

Ein Produkt von

Aktuell

Mode

Beauty

Gesund

Horoskop

Rezepte

Leben

Liebe

Academy

Abo

Anzeige

Kursangebot

Masterclass

Finanzen

Karriere

Jobprofile

Academy

Karriere

Mitgefühl im Job: Ist Empathie out?

Ist Mitgefühl out? "Empathie ist eine Entscheidung für ein Wertesystem"

© Jan-Christian Blaum von Verena Carl

07.06.2025, 19:00 4 Min.

Ist Empathie out? Im Gegenteil – findet die Managerin und Buchautorin Lunia Hara: Gerade in rauen Zeiten brauchen wir mehr Einfühlungsvermögen im Job. Doch wie kann das funktionieren?

Folge Brigitte bei Google

Dieser Text stammt aus der BRIGITTE. Holt sie euch als Abo - mit vielen Vorteilen. Hier könnt ihr sie direkt bestellen.

Anzeige

BRIGITTE: Tech-Bosse in den USA schwärmen mit Präsident Donald Trump von "maskuliner Energie", streichen Maßnahmen für Vielfalt und Gleichstellung und fordern Ähnliches auch von deutschen Unternehmen. Passt Empathie im Berufsleben überhaupt noch zum Zeitgeist?

Lunia Hara: Diese Entwicklungen sind schockierend, keine Frage. Auch für mich. Aber das Ohnmachtsgefühl hält nicht lang an, ich frage mich dann lieber: Was sind die Strategien hinter diesem Verhalten?

Wie würden Sie die Strategien beschreiben?

Anzeige

Menschen wie Donald Trump arbeiten damit, anderen Angst zu machen, und sie arbeiten mit Ablenkung. Etwa, indem sie das Thema Diversity verteufeln und Ressentiments bedienen, statt wichtige wirtschaftliche Fragen zu adressieren. Wenn wir das durchschauen, können wir handlungsfähig bleiben und uns weiter für Empathie einsetzen.

© Brigitte Academy

Onlinekurs: Schritt für Schritt zu deiner ETF-Geldanlage

Du möchtest gern mit ETFs loslegen, weißt aber nicht, wo anfangen? Investiere in dich selbst und lerne bei uns alles rund ums Thema – Finanzexpertin Claudia Müller begleitet dich bei deinen ersten Schritten an der Börse!

Jetzt entdecken

Was bedeutet der Begriff im Jobkontext?

Eine Arbeitskultur, die auf vier Säulen beruht: Feedback, Menschlichkeit, Offenheit und Selbstreflexion. Das tut nicht nur den Einzelnen gut, sondern wir wissen auch, dass Menschen in einem solchen Umfeld kreativer und loyaler sind. Laut einer Studie der Organisation Catalyst, die sich für Geschlechtergerechtigkeit am Arbeitsplatz einsetzt, fühlen sich 61 Prozent der Mitarbeitenden durch empathische Führungskräfte in ihrer Innovationskraft gestärkt. Und fast zwei Drittel aller Befragten einer Studie von Microsoft berichten unter solchen Bedingungen von hoher Zufriedenheit in ihrem Job.

Das klingt, als sei Empathie eine Win-win-Situation. Aber was ist, wenn mein Chef ein Patriarch alter Schule ist, der sich vom autoritären Kulturwandel nur bestätigt fühlt?

Ich weiß, dass die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung vielen Angst macht. Ich höre oft: Lunia, ich bin die Einzige in meiner Firma, die für Empathie einsteht, was soll ich machen? Meine Antwort ist immer: Dann bist du gerade richtig dort, um Veränderung anzustoßen! Sonst überlässt du das Feld den anderen.

Anzeige

Wie kann man denn einen Chef oder eine Chefin zu einer empathischeren Firmenkultur bewegen?

Man kann Wünsche äußern: Was fehlt mir, was brauche ich, um gut arbeiten zu können? Und man kann vermitteln: Ich bin gerne hier, ich mag meinen Job und möchte meinen Beitrag leisten, dafür brauche ich Folgendes ...

Und wenn ich mich damit nicht durchsetze?

Dann kann ich immer noch gehen, aber erhobenen Hauptes. Wenn man sich hingegen nicht traut, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen und stattdessen einfach geht, dann nimmt man die Angst mit ins neue Unternehmen.

Anzeige

Aber funktioniert Empathie nicht nur dann, wenn alle an einem Strang ziehen? Sonst nutzen die einen die anderen aus. Oder merken nicht mal, dass die sich aufopfern.

Das höre ich oft! Die Lösung ist aber nicht, selbst nicht mehr nett und einfühlsam zu sein. Sondern sich die eigenen Grenzen bewusst zu machen.

Angenommen, eine Kollegin macht privat eine harte Zeit durch. Ich weiß das und nehme ihr viel Arbeit ab. Das wäre empathisch, könnte mich aber langfristig auslaugen.

Da wäre der erste Schritt Kommunikation, klares Feedback. Etwa, indem ich ihr transparent mache, wie ich mich dabei fühle – vielleicht hat sie ja einen ganz anderen Blick auf die Situation. Vielleicht ist es auch ein strukturelles Problem, dann können Sie beide der nächsthöheren Ebene signalisieren: Hier läuft etwas schief.

Anzeige

Und was ist, wenn ich mit einer Kollegin in Konkurrenz bin – etwa weil wir beide befördert werden möchten, es aber nur eine Stelle gibt?

Das ist eine Kraftprobe, keine Frage. Ich kenne diese Situation selbst, auch ich stand schon vor der Frage: Bringe ich mich selbst für eine Position in Stellung oder schlage ich eine Kollegin vor, einfach weil ich weiß, dass sie die bessere dafür wäre? So viel Selbstreflexion kann schmerzhaft sein. Schließlich habe ich mich erfolgreich durchgerungen, die andere Person zu empfehlen. Einfach, weil es für alle die beste Lösung war – für die Firma, für sie, am Ende auch für mich.

Dafür haben Sie bei der Kollegin jetzt aber was gut, oder?

Natürlich hat es immer auch einen Netzwerkeffekt, sich gegenseitig zu fördern. Es wäre aber ein Fehler, zu denken: Genau diese Person schuldet mir jetzt einen Gefallen. Meine Grundhaltung dahinter ist eher: Was ich in ein System hineingebe, kommt in irgendeiner Form zurück. Ich kann aber nicht beeinflussen, wo und wie.

Anzeige

Die Zeiten werden wirtschaftlich härter, man könnte argumentieren: Soft Skills sind eher zweitrangig, wenn Mitarbeitende Angst um ihre Existenz haben – und Führungskräfte um den Fortbestand ihrer Firma.

Das wäre ein Denkfehler. Wenn Chef:innen in Krisen mit Angst und Druck führen, machen sie ihre Mitarbeitenden nur stumm und treiben sie in die innere Emigration, statt ihre Zugehörigkeit zur Firma zu stärken. Empathie heißt auch nicht, dass es keine harten Entscheidungen mehr geben darf. Oder dass alle soft sind statt durchsetzungsstark.

Sondern?

Empathie hilft gerade auch beim Überbringen schlechter Nachrichten, bei harten Schritten wie Entlassungen. Wie gestalten wir diesen Prozess, wie können wir die unterstützen, von denen wir uns trennen müssen – in Form von Zeugnissen, Empfehlungen, Beratungsgesprächen, auch von aufrichtigem Dank?

Anzeige

Die Freude dürfte sich bei den Betroffenen in Grenzen halten.

Klar, niemand ist glücklich, wenn er entlassen wird, egal wie empathisch das passiert. Aber er oder sie behält zumindest im Gedächtnis: Der Prozess war fair und transparent, ich verstehe, warum es nicht anders ging, und der Weg zurück ist auch nicht ganz verschlossen.

Als Schwarze Frau haben Sie in Ihrer Karriere nicht nur empathische Führung erlebt, sondern auch das Gegenteil, inklusive handfester Diskriminierung. Was hat Sie davor geschützt, selbst zu verhärten?

Empathie ist eine Entscheidung für ein Wertesystem, die ich bewusst getroffen habe. Die wenigsten Menschen, ob Führungskraft oder Mitarbeitende, haben selbst diesen Stil erlebt – trotzdem kann man diese Gewohnheiten aktiv durchbrechen. Auf allen Ebenen. Als Chefin habe ich mir zum Beispiel angewöhnt, mir Feedback von meinen Teammitgliedern einzuholen. Ich bitte sie regelmäßig, meine Arbeit zu bewerten: Was fehlt dir, was kann ich besser machen?

Anzeige

Lunia Hara, 1974 in Sambia geboren, kam als Kind nach Deutschland. Sie ist heute Führungskraft bei der VW-Tochter Diconium, Speakerin und Buchautorin. In "Empathische Führung" (256 S., 24 Euro, DVA) beschreibt sie anhand eigener Berufserfahrungen in verschiedenen Branchen Empathie als Superkraft, die allen guttut – der eigenen Psyche wie der Bilanz.

© PR

Dazu gehören Selbstbewusstsein und der Wille zu Selbstreflexion.

Auf jeden Fall. Ich muss mich immer wieder hinterfragen: Welche Glaubenssätze habe ich eigentlich selbst verinnerlicht?

Wie beantworten Sie das für sich persönlich?

Ich bin als zehnjähriges Mädchen von Sambia nach Deutschland gekommen, zu meiner älteren Schwester. Das war eine Art Kulturschock, ich lernte: Du musst dich anpassen, um akzeptiert zu werden. Damals war das sicherlich eine sinnvolle Strategie – heute würde sie mir eher im Weg stehen, denn wer sich zu sehr anpasst, wird übersehen, sticht nicht heraus.

Anzeige

Das heißt: Glaubenssätze aus der Kindheit stehen uns im Berufsleben eher im Weg?

Nein, manche helfen uns auch. Fairness ist für mich zum Beispiel ein wichtiges Thema, auch weil ich aus einer großen Familie mit vielen Geschwistern komme und mich als Jüngste immer darum bemühen musste, nicht zu kurz zu kommen. Deshalb gehen bei mir sofort die Warnlampen an, wenn ich das Gefühl habe, jemand in meinem Team wird übersehen. Ich versuche dann, gegenzusteuern. Wenn wir wissen, was uns prägt, können wir auch jederzeit neu definieren, wer wir sein wollen.

Brigitte

#Themen

Empathie

Führungsfrau

Berufsleben

Finanzen

Anzeige

Mehr zum Thema

Psychologie Bist du wirklich empathisch – oder hypervigilant?

Emotionale Intelligenz 5 Sätze, mit denen sich Menschen mit niedrigem EQ sofort verraten

Video01:10

Toxische Empathie 3 Strategien, wenn Mitgefühl zur Belastung wird

Video02:25

Arbeitsplatzklima Hilfe, meine Kollegin macht mich wahnsinnig

Streit clever beenden Diese 3 Strategien helfen, Konflikte ohne Worte zu lösen

Video01:22

Psychologie 3 Arten, wie hochsensible Menschen ihre Liebe ausdrücken

Video02:09

Wie geht es mir? Warum dein Mitgefühl nicht nur anderen gelten sollte

Mit Baby auf roten Teppich Gelebte Vereinbarkeit oder Vermarktung?

Empathietypen Welcher steckt in dir – und wie beeinflusst er dein Leben?

Anzeige

Anzeige

Krisensicherheit Welche Jobs haben die besten Zukunftsaussichten?

Anzeige

Beruflicher Neustart mit 50+? 3 Frauen erzählen, wie es bei ihnen klappte

Anzeige

Rat der Job-Expertin Warum eine Kündigung selten die beste Lösung ist

Anzeige

Mode im Job "Man muss nicht im Business-Look auftreten, um ernst genommen zu werden"

Anzeige

Tipps vom Job-Coach Wie Frauen an Durchsetzungskraft gewinnen

Anzeige

Arbeitsplatzklima Hilfe, meine Kollegin macht mich wahnsinnig

Anzeige

Inhalte im Überblick

Beliebte Themen

Porträts

Bubbles

Sitemap

Abo

Rezepte & Diät

Rezepte für Kinder

Low-Carb-Rezepte

Süßkartoffel-Pommes

Pfannkuchen

Chili con Carne

Gulasch

Beauty & Gesund

Kurzhaarfrisuren

BMI-Rechner

Heilfasten

Rizinusöl

Beckenboden Übungen

Brennnesseltee

Liebe & Astro

Sexstellungen

Vagina

Hochzeit

Hochzeitsspiele

Aszendent berechnen

Chinesische Sternzeichen

Tarot Tageskarte

Leben

Stricken lernen

Mütze stricken

Geschenke selber machen

Silberfische

Balkon-Garten

Saison & Trend

Diätplan

Protein Pancakes

Gesunde Rezepte

Schnell abnehmen

Nach oben

Mein Brigitte-Konto

Impressum

Kontakt

Datenschutzhinweise

Datenschutz-Einstellungen

AGB

Werbung

Barrierefreiheit

Ein Produkt der FUNKE Mediengruppe

© FUNKE Women, People & Family GmbH

Anzeige

Anzeige

Bitte logge dich ein, um diesen Inhalt sehen zu können!

Er ist Teil unseres exklusiven Angebots für registrierte Nutzer:innen. Du kannst ihn lesen, sobald du dich angemeldet hast.

Du hast noch keinen Account? Dann erstelle jetzt kostenfrei ein Nutzerkonto und freue dich auf hochwertige Inhalte, eine Merkliste und viele weitere Vorteile.

Kostenlos und ohne Abo – versprochen!

Registrieren und weiterlesen

Bereits registriert?

Hier anmelden

Originalanzeige: www.brigitte.de