„Der Staat hat eine Bringschuld“
vol.at · Austria
Veröffentlicht am 4. November 2026
Auf der Originalseite bewerben (öffnet in einem neuen Tab)In FullTime with Benefits öffnen
Anzeige
Highspeed
Webmail
VOLMobil
Job
Lehre
Immo
Auto
Anzeiger
VN ePaper
Abo testen
Tipp geben
Beliebt
Todesanzeigen
Nachrufe
Wetter
VOL.AT+
WOHIN
Nachrichten
Vorarlberg
VOL.AT+
Politik
Wirtschaft
Blaulicht
Aus dem Gericht
Menschen
Kommentare
Kultur
Österreich
Welt
Sport
Sportnachrichten
Fußball
Ländlekicker LIVE
Fußball
Regionalliga
Eliteliga
FC Dornbirn
SCR Altach
Austria Lustenau
SW Bregenz
Vorarlberg-Sport
Team Vorarlberg
Handball
Bregenz Handball
HC Hard
Motorsport
Formel1
MotoGP
Eishockey
HC Tigers
Pioneers Vorarlberg
US Sportarten
Meine Gemeinde
Meine Gemeinde
Grund & Boden
Hochzeiten
Babys
Todesanzeigen
Nachrufe
Lesermeinungen
Leben
Gastronomie
Wandertipps
Reisen
WOHIN
Treffpunkte
TV und Film
Services
Wetter
Notdienste
Livecams
Spritpreise
Mondkalender
Horoskop
VOL.AT+ Spiele
Newsletter
Barrierefreiheit
Themen
Mein ePaper ePaper VN ePaper NEUE am Sonntag
Magazine & Beilagen
Verlagsangebot
Ländleimmo
Ländleauto
Ländleanzeiger
Ländlejob
Lehrstellen
Highspeed
Webmail
VOLmobil
Podcasts
Video
Service
Datenschutz
Impressum
AGB
Privacy Einstellungen
Redaktion
„Der Staat hat eine Bringschuld“
23.09.2015 07:01 (Akt. 23.09.2015 07:01)
Vorlesen
6
Dornbirn. Österreichs führender Genetiker Markus Hengstschläger referiert am heutigen Mittwochabend im WIFI Dornbirn über Gene, Talente und Chancen. Der Eliten-Fan vorab im Gespräch.
Wann&Wo/Christoph Selner
Anzeige
Anzeige
WANN & WO: Was ist für die Entfaltung eines Talentes wichtig? Gene oder das soziale Umfeld?
Hengstschläger: So gesehen sind gerade 0,1 Prozent für die Talententfaltung genetisch bedingt. Ansonsten heißt es: üben, üben, üben, um das Talent zu fördern bzw. zu stärken. Hinzukommend ist auch die Individualität für die Entwicklung entscheidend. Kinder zum Lernen zu motivieren und sich besonders auf die Stärken zu konzentrieren, ist wichtig.
WANN & WO: Das Schulsystem ist nicht unbedingt auf das Fördern von Talenten ausgelegt. Was müsste geschehen, um dies nachhaltig zu ändern?
Hengstschläger: Hier trägt de facto das System Schuld. Auch wenn Lehrer oftmals sehr motiviert sind, müssen sie sich anderen Leistungen widmen, z.B. administrativen Tätigkeit, wodurch viel Zeit und Kraft verloren geht. Diese wären bei den Kindern besser genutzt.
WANN & WO: Befindet sich das österreichische Bildungssystem in einer „Durchschnittsfalle“?
Hengstschläger: Ja, wenn das Kind ein Talent hat bzw. in einem Schulfach wirklich ausgezeichnet ist. In einem anderen dafür aber nicht, so passiert es schnell, dass es mehr Energie für das Fach, in welchem es schlechter ist, aufwenden muss und somit Talent im anderen verliert. Somit geht ein Genie verloren. Ein anderes Beispiel wäre, wenn Kinder Häuser zeichnen. Alle schauen quasi gleich aus und wenn es das Haus anders (phantasievoll) zeichnet, wird es gerügt. Und dann heißt es später, dass keine Individualität mehr vorhanden sei.
WANN & WO: Auch Universitäten verfallen teils mehr in den schulischen Charakter. Stellt dies ebenfalls ein Problem dar?
Hengstschläger: Universitäten sind gegenüber von Schulen noch im Vorteil. Bei diesen ist eine gewisse Art der Individualität gegeben –auch im Rahmen des „Bologna-Prozesses“. Dies liegt vor allem daran, dass in Schulen quasi alles gelernt wird bzw. man alles lernen sollte. Später, an der Universität, können Studierende dann wirklich ihre individuellen Interessen verfolgen bzw. sich die Studienrichtung selbst aussuchen. So ist es ihnen möglich, sich auf einen Bereich zu konzentrieren und sich in diesem besonders zu profilieren und zu spezialisieren.
WANN & WO: Gutes „Mittelmaß“ – ein typisch österreichischer Weg?
Hengstschläger: Das würde ich so nicht unbedingt sagen. Allgemein ist das eher der europäische Weg und eigentlich gern gesehen, weil bequem. Ich bin ein Elitendenker bzw. ein Verfechter des Elitedenkens. Ich finde, dass es überall Spitzenleistungen geben sollte. Und es ist eigentlich egal, in welchem Bereich sich Eliten finden – sei dies nun im Handwerk oder an der Universität. Wir brauchen Spezialisten und Freaks in jedem Bereich der Gesellschaft.
WANN & WO: Welchen Weg würden Sie dem österreichischen Bildungssystem empfehlen?
Hengstschläger: Lehrer bräuchten ideale Voraussetzungen und die besten pädagogischen Instrumente, sodass sie sich auf ihre Tätigkeiten konzentrieren können. Ein weiteres Problem ist das System in Österreich: Bildung wird zum größten Teil vererbt oder durch finanzielle Mittel ermöglicht. Ein Akademikerkind wird mit größter Wahrscheinlichkeit auch ein Studium beginnen. Umgekehrt, aus einer nicht akademische Familie, ist dies eher unwahrscheinlich. Der Staat hat eine Bringschuld und das System muss eine fairen Weg schaffen, um allen die selben Chancen zu ermöglichen. Jedes Kind soll die Möglichkeit erhalten, sein Talent entdecken zu können.
WANN & WO: Was halten Sie vom dualen Ausbildungsweg (Lehre/Matura)?
Hengstschläger: Die Kombination von Lehre und Matura kann nur gut sein. Hier sind wir eigentlich gut aufgestellt und dieser Ausbildungsweg bietet große Erfolgschancen. Aber es ist paradox, dass bei uns die Handwerkskunst nicht wirklich anerkannt wird. Das finde ich unlogisch, weil wir in diesen Bereichen oft Europa- und oder Weltmeister sind. Hier fehlt es einfach an einem höheren Stellenwert der dualen Ausbildung.
Alter: 47 Jahre
Wohnort: WienAusbildung: Studium der GenetikBeruf: Universitätsprofessor für Medizinische Genetik an der Medizinischen Uni Wien
Vortrag: Gene-Talente-Chancen: Wie manage ich (m)ein Talent?
WANN: Heute, 19 Uhr
WO: WIFI Dornbirn
Beschreibung: Markus Hengstschläger sorgte mit seinem Bestseller „Die Durchschnittsfalle“ für Furore. Er selbst war in der Jugend Punk, mit 24 Jahren Dr. der Genetik und mit 35 Universitätsprofessor.
Teilen Zurück zur Startseite
Deine Meinung zu diesem Artikel?
Talente
Mehr aus dem Ressort:
Österreich
Vorarlberg
Nachrichten
Vorarlberg
VOL.AT+
Vorarlberg LIVE
Welt
Politik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Stars
Kurioses
Themen
Freizeit und Magazin
Wetter
Kino
Restaurantführer
Reise
Wohin
Bezirke Vorarlberg
Community
Spiele
Ländlejass
Service
Werbung & Mediadaten
Impressum
AGB
Netiquette
Datenschutz
Privacy Einstellungen
Partner
Ländleanzeiger
Ländleauto
Ländleimmo
Ländlejob
Ländlepartner
Hochzeitspoeten
Lehrberuf.info
VIENNA.AT austria.com/plus
Russmedia Digital
Russmedia LIVE
VOL.AT © 2026
Originalanzeige: www.vol.at
Auf der Originalseite bewerben (öffnet in einem neuen Tab)In FullTime with Benefits öffnen